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    Fallbeispiele
    Gebärmuttervereiterung:
Hund „Tinka“, Cocker Spaniel, weiblich unkastriert, 5 Jahre

Vorbericht:
„Tinka“ ist seit 2 Tagen nicht munter und will nicht mehr fressen. Die Hündin wird seit Jahren regelmässig gegen die Läufigkeit mit. einer Hormonspritze behandelt.

Untersuchung:
„Tinka“ hat etwas erhöhte Temperatur (39.3°C), aber sonst ist sie klinisch unauffällig.
-Beim genaueren Nachfragen erklärt die Besitzerin, dass „Tinka“ auffallend viel trinkt.
Was kommt an Krankheiten in Frage?
Nierenproblem
Gebärmutterinfektion
Hormonelle Störung

Weiterführende Untersuchungen:
Wir beschliessen, „Tinka’s“ Blut zu untersuchen. Dabei stellen wir leicht erhöhte Nierenwerte fest, die uns aber nicht so recht als Ursache für den schlechten Allgemeinzustand verantwortlich erscheinen. Wir entscheiden uns zusätzlich zu röntgen. Dank des Röntgenbildes können wir nun eine klare Diagnose stellen.

Diagnose:
Gebärmuttervereiterung

Behandlung:
Operation mit Entfernen der ganzen Gebärmutter inkl. der Eierstöcke.

Entstehung einer Gebärmuttervereiterung (Pyometra):
Die Pyometra kommt nur bei unkastrierten Hündinnen vor. Typischerweise entsteht sich 2-3 Monate nach einer Läufigkeit. Sie ist aber auch eine gefürchtete Komplikation bei Hündinnen, welche zwecks Läufigkeitsunterdrückung hormonell behandelt werden. Die Ursache einer Pyometra ist eine aufsteigende bakterielle Infektion von der Scheide her. Infolge der hormonellen Lage ist der Muttermund leicht geöffnet und die Bakterien dringen in die Gebärmutter ein. Bleibt der Muttermund etwas geöffnet, kann der entstandene Eiter abfliessen. Diese Hündinnen haben gelblichen, evt. übel riechenden Ausfluss und lecken sich im Genitalbereich. Ihr Allgemeinbefinden ist häufig ungestört. Ist aber der Muttermund geschlossen, so kann der Eiter nicht abfliessen und sammelt sich in der Gebärmutter an. Es kommt dabei zu einer Ausschüttung von Giftstoffen, die zu einem tödlich endenden Nierenversagen führen können. Eine geschlossene Pyometra ist immer ein Notfall, der nur chirurgisch angegangen werden kann. Rechtseitig erkannt und richtig therapiert, erholt sich das Tier aber schnell wieder und trägt auch keinen Schaden davon.

„Tinka“ erholte sich rasch und durfte am folgenden Tag zu ihren glücklichen Besitzer zurück.
 
     

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