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    Fallbeispiele
  Magendrehung:
Hund „CHIARA“, Berner Sennenhund,
9 Jahre, weibl. Kastriert.

Vorbericht:
Der Hund befindet sich zur Zeit im Tierheim und zeigte heute den ganzen Tag ein völlig normales Verhalten, um 18.00 normal gefressen. Um 22.00 beginnt Chiara zu hecheln, ist unruhig, versucht zu erbrechen, erbricht aber nur Schleim, das Tier macht einen matten Eindruck.

Diagnose:
In der Praxis zeigt sich die Hündin in einem reduzierten Allgemeinzustand, die Schleimhäute sind blass, Puls und Atmung sind erhöht, der Bauch ist abnormal hart und leicht gebläht.
Das Röntgenbild bestätigt unsere Verdachtsdiagnose: Magendrehung! Als lebensrettende Massnahme kommt nur die Operation (Zurückdrehen des Magens und Fixation des Magens) in Frage.

Wie entsteht die Magendrehung
und kann sie verhindert werden?
Es sind v.a. grosse Hunderassen mit tiefer Brust (BSH, Doggen, Boxer, Golden Retriver etc), die von der Magendrehung betroffen sind. Ein ganzer Komplex von Faktoren kann zu einer Aufgasung des Magens mit teilweiser bis vollständiger Drehung des Magen um seine Achse führen. Eine Stess-Situation (Spielen, Beanspruchung, Tierheim-Aufenthalt etc) kann diesen Faktorenkomplex ins Rollen bringen. Es ist nicht genau bekannt, ob am Anfang eine Magenblähung oder die Magendrehung steht. Jedenfalls kommt es immer zu einer massiven Blähung , dies wiederum führt zu einem Druck auf die Hohlvene, so dass der Rückfluss des Blutes zum Herzen nicht mehr voll gewährleistet ist. Es kommt zu Zirkulationsstörungen, die schlussendlich zum Tode führen.

Gefährdete Hunde sollten mehrmals täglich mit kleineren Mengen gefüttert werden (letzte Fütterung am Nachmittag) und nach der Fütterung ruhen können. Die Art des Futters spielt dabei keine Rolle. Da die Entstehung der Magendrehung aber von vielen und z.t. unbekannten Faktoren abhängt, gibt es auch kein allgemein gültiges Rezept, wie sie verhindert werden kann. Wichtig ist aber das frühzeitige Erkennen einer Magendrehung.

Typische Symptome sind:
Allgemeine Unruhe, Hecheln, würgen
Versuch zu Erbrechen, ohne dass Futter erbrochen werden kann
Harter, geblähter Bauch
Schlechter Allgemeinzustand

Je früher eine Magendrehung erkannt wird, desto besser ist die Ueberlebens-Chance für den Hund.
 
     

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