Igel überwintern
Igel sind Wildtiere und gehören grundsätzlich nicht in menschliche Obhut. Es gibt aber gewisse Gründe, welche eine vorübergehende Pflege rechtfertigen:
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verletzte oder kranke Igel
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Igel, die im Herbst das minimale Winterschlafgewicht von mind. 550g nicht erreichen
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Igelsäuglinge, welche ihre Mutter verloren haben
Nur in diesen Fällen erlaubt auch das Gesetz das vorübergehende Einfangen von Igeln –immer mit dem Ziel, den Igel so bald als möglich wieder in seinen Lebensraum auszusetzen. Igel, die nach erfolgter Behandlung in freier Natur nicht mehr überlebensfähig wären, müssen eingeschläfert werden.
Der Igel gehört zu denjenigen Tieren, die einen echten Winterschlaf machen, d.h. sie legen keine Wintervorräte an und nehmen während des gesamten Winters keine Nahrung zu sich. Seine Körpertemperatur sinkt auf 5°C und er atmet nur noch 3-4x/min. Dadurch reduziert sich sein Energieverbrauch während der futterarmen Jahreszeit. Der Winterschlaf dauert vom November- März. Er sucht sich dazu einen ruhigen, geschützten und trockenen Platz und rollt sich vollständig zur Kugel ein. Jungigel mit einem Körpergewicht unter 550g haben allerdings eine geringe Überlebenschance. Findet man im Spätherbst einen kranken oder untergewichtigen Igel, gelten folgende Punkte:
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Kranke Igel: Behandlung und Auffütterung auf das notwendige Minimalgewicht, dann mit Ersatznest retour an Fundort; nach Möglichkeit noch 1-2 Wochen weiter füttern.
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Igel mit einem Untergewicht unter 350g: Auffüttern in einem Innengehege (sieh Tips zur Haltung und Fütterung); erwünschte Gewichtszunahme pro Nacht: ca. 10g; nach Erreichen des Minimalgewichtes (550g), Übersiedelung ins Freigehege.
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Igel mit einem Untergewicht zwischen 350-550g: Tiere am Fundort zufüttern, Ersatznest
Tipps zur Haltung und Fütterung
Haltung drinnen: ruhiger Raum mit über 15°C, Gehege 100x200x50cm, als Ersatznest eine mit Schlupfloch versehene und mit Zeitungen gefüllte Kartonschachtel
Haltung draussen: Freigehege (für Überwinterung mind. 4m2) mit Futterstelle, als Ersatznest eine mit Schlupfloch versehene und Stroh gefüllte Holzkiste
Fütterung: pro Nacht je nach Grösse 1-4 gehäufte Esslöffel Katzen- oder Hundenassfutter, zusätzlich kann Trockenfutter, ein gekochtes Ei, rohe Haferflocken, Rosinen, Nüsse und etwas frisches Obst angeboten werden.